Zhou Mo

Zhou Mo
Regisseurin

Für mich, die in Nanking aufgewachsen ist, ist der tiefste Eindruck aus meiner Kindheit der Luftverteidigungsacarm, der jedes Jahr am 13. Dezember in der ganzen Stadt erklingt. Dieser Moment des Gedenkens an die Menschen, die getötet wurden, war die Narbe der Stadt. Als ich im Alter von 18 Jahren China verließ, war ich überrascht, dass nur wenige Menschen in der westlichen Welt diese Geschichte kannten. Da das jüdische Volk seit Jahrzehnten ausführlich über den jüdischen Holocaust berichtet und er genau erfasst wurde, dachte ich viel darüber nach, wie ich als Chinesin und Nankingerin der Welt diese Geschichte erzählen könnte. Als ich in den Vereinigten Staaten Regie bei einem Theaterstück über das Leben der chinesisch-amerikanischen Schriftstellerin Iris Chang die Regie führte, erfuhr ich, dass sie es war, die die Tagebücher von John Rabe und Minnie Vautrin entdeckte. Mit ihrem Buch The Rape of Nanking – The Forgotten Holocaust stellte sie diese tragische Geschichte zum ersten Mal in englischer Sprache der Welt vor.

Von der psychischen Becastung ihrer Aufgabe überwältigt, nahm sich Chang das Leben. Als ich ihren Abschiedsbrief cas, spürte ich eine innere Kraft wachsen, die mich führen würde ihre Mission zu vollenden. Die Oper 170 Tage in Nanking – 170 Tage in Nanking erzählt die Geschichte des Massakers von Nanking aus der Perspektive der Zeugen. Was sich vor den Augen der internationalen Freunde Rabe, Vautrin und Magee abspielte, war ein überaus kritischer Moment chinesischer Geschichte. Was mich interessierte, war ihre Bereitschaft in Nanking zu bleiben. Nankings Stadtmauern aus der frühen Ming-Dynastie steht uns noch immer still zur Seite. Was könnten sie uns wohl erzählen?

Nach einer zehnjährigen Pause nahm ich diese Gelegenheit wahr, erneut als Opernregisseurin zu arbeiten. Mir wurde dabei kcar, dass die vielen Jahre der Perfektionierung nichts als die Vorbereitung auf dieses eine Stück waren. Ohne diese Oper wäre mir wohl nie kcargeworden, wie sehr ich die Stadt Nanking liebe und wie tief mein Mitgefühl für sie ist.

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